1. – 13. Schuljahr

Conny Melzer

Das KEFF-Modell

Kooperative Erstellung und Fortschreibung individueller Förderpläne als Grundlage individueller Entwicklungsförderung

In der inklusiven Bildung nimmt die kooperative Förderplanung sowohl mit Blick auf die Zusammenarbeit von Lehrkräften als auch mit Blick auf die Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler einen besonderen Stellenwert ein. Das KEFF-Modell ist eine Methode zur kooperativen Erstellung und Fortschreibung individueller Förderpläne (Mutzeck u. Melzer 2007; Melzer 2009), deren Schritte die kooperative Erstellung, Umsetzung, Evaluation und Fortschreibung umfassen.

Grundlagen Kooperativer Förderplanung
Kooperative Förderplanung ist eine von vier möglichen Prozessformen, Förderpläne zu erstellen, umzusetzen, zu evaluieren und fortzuschreiben (vgl. Popp, Melzer u. Methner, 2017, S. 40).
  • Eine Person (oftmals die Klassenlehrkraft) ist allein verantwortlich für den gesamten Förderplanungsprozess.
  • Eine Lehrkraft (oftmals die Klassenlehrkraft) erstellt den Förderplan allein und bespricht mit den Kolleginnen und Kollegen der Klassenkonferenz und/oder dem/der Lernenden alle Aspekte oder Teile der Förderplanung (mindestens das Ergebnis).
  • Die Lehrkraft und der/die Lernende nehmen gemeinsam eine Zielvereinbarung vor.
  • Alle an der Förderung beteiligten Personen, also auch der/die betreffende Lernende, sind im Sinne einer Kooperativen Förderplanung gemeinsam für alle Teile des Prozesses verantwortlich.
Alle diese Formen haben ihre Berechtigung. Die Kooperative Förderplanung kann jedoch im Zuge inklusiver Bildung einen wichtigen Beitrag gerade für die Kooperation von allgemein- und sonderpädagogischen Lehrkräften leisten. Denn: „Die Formulierung von Aufgaben und Rollenverständnissen im Verhältnis von sonderpädagogischer und allgemeinpädagogischer Lehrerprofessionalität variiert auch unter dem Etikett einer inklusiven Pädagogik in einem durchaus erheblichen Ausmaß (Lütje-Klose, Miller u. Ziegler 2015, S. 75).
In einem internationalen Review zu Aufgaben von allgemeinpädagogischen und sonderpädagogischen Lehrkräften im inklusiven Unterricht wird die Förderplanung als gemeinsame Aufgabe beschrieben, allerdings gibt es scheinbar zwischen den genannten Professionen klare Teilaufgaben (Melzer et al. 2015, S. 72). Im internationalen Kontext sind die allgemeinpädagogischen Lehrkräfte eher für die Umsetzung der Förderplanung zuständig („auf Ziele hinarbeiten); den sonderpädagogischen Lehrkräften wird das Erstellen und Fortschreiben der Förderpläne als Teilaufgaben zugeschrieben (ebd., S. 75). Diese Tendenzen sind auch in Schulen in Deutschland zu beobachten. Fachlich gesehen sind sie jedoch keineswegs optimal.
„Kooperative Förderplanung ist der gemeinsame Prozess des Erstellens, Umsetzens, Evaluierens und Fortschreibens individueller Förderpläne im Team (Popp, Melzer u. Methner 2017, S. 47). Dieser Definition folgend, ist Kooperative Förderplanung ko-konstruktiv. Die Ko-Konstruktion ist dabei eine von drei Niveaustufen der Kooperation (vgl. Gräsel, Fußangel u. Pröbstel 2006). Sie gilt „als intensivste Kooperationsform, die „auf die wechselseitige Unterstützung und gemeinsame Reflexion und Entwicklung neuen Wissens ausgerichtet ist, auf Kollegialität und Gleichwertigkeit basiert und einen einvernehmlichen Problemlösungsprozess betont (Lütje-Klose, Miller u. Ziegler 2015, S. 73). Jede Art der Delegation, z.B. der kompletten Umsetzung an die allgemeinpädagogische Lehrkraft nach einer Erstellung durch die sonderpädagogische Lehrkraft, würde eher einer arbeitsteiligen Vorgehensweise entsprechen und damit weniger kooperativ sein.
Einbezug von Schülerinnen und Schülern
Neben der Kooperation der beteiligten Personen ist der Einbezug der Schülerinnen und Schüler selbst immer noch erschwert, obwohl dies eine entscheidende Gelingensbedingung für den gesamten Prozess darstellt. „Die Effektivität des Einsatzes von Individuellen Entwicklungsplänen ist in Anbetracht der...

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