1. – 13. Schuljahr

Johannes Grapentin | Marcus Ventzke | Florian Sochatzy | Ralph Aßent

Inklusiver Geschichtsunterricht

Mit dem multimedialen Schulbuch gemeinsam aus der Geschichte lernen

Inklusion inhaltlich und technisch denken das hat sich das mBook Geschichte für das Gemeinsame Lernen in Nordrhein-Westfalen zum Ziel gesetzt. Der Beitrag stellt dieses digitale Schulbuch vor, das vom Institut für digitales Lernen in Kooperation mit der Medienberatung NRW und im Auftrag des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen konzipiert und produziert wurde.

Etwa 12000 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrende nutzen dieses Geschichtsbuch einer neuen Lehr- und Lernmittelgeneration, um historische Themen mit inklusiven Sichtweisen und Fragestellungen zu bearbeiten. Es regt dazu an, das Zusammentreffen von Menschen mit unterschiedlicher Prägung und Herkunft gemeinsam zu diskutieren. Inklusion und Exklusion werden als menschliche Grunderfahrungen thematisch erschlossen, um gemeinsames Lernen zum fachlichen Thema des Unterrichts zu machen. Inklusion wird also mitten in die geschichtsbezogenen Herausforderungen des Lebens gestellt. Sie ist damit einerseits für die Lernenden kein künstliches, lediglich phasenweise betriebenes "Projekt" und andererseits betrachten Lehrende Inklusion nicht als weitere, potenziell überfordernde Zusatzaufgabe, sondern machen sie zum Gegenstand ihrer ständigen fachlichen Arbeit.
Inklusionskonzept des mBooks
Das mBook Geschichte für das Gemeinsame Lernen möchte allen an Schule Beteiligten eine Plattform bieten, um Lern- und Kommunikationswege unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Voraussetzungen, Interessen und Möglichkeit ausgestalten und (mit-)bestimmen zu können. Die Arbeit des Instituts für digitales Lernen an multimedialen Unterrichts- und Lehrmittelkonzepten zielt daher darauf, alle Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, fachliche und überfachliche Phänomene wahrzunehmen, sie in angeleiteten und selbstbestimmten Lernprozessen zu erfassen und zu reflektieren und sich dabei eigenständig und konstruktiv einzubringen. Die Ansätze der Integration und Inklusion werden als zwei Seiten eines Prozesses, der zu einer barrierearmen Schule führt, miteinander verbunden.
Der fachdidaktische Ansatz des mBooks Geschichte für das Gemeinsame Lernen versteht das unterrichtliche Lernen entwicklungsoffen und möchte Inklusion zu einer fachspezifischen Zugriffs- und Untersuchungsperspektive machen. Kompetenzorientierung auf der einen und kritisch-reflexive Inklusion auf der anderen Seite sollen die Ausrichtung des inklusiven Unterrichts auf eine ganzheitlich-inklusive Bildung unterstützen.
Der in der Gegenwart zu beobachtende Prozess zunehmender Differenzierung der Werte, Meinungen und Orientierungsangebote findet seine didaktische Entsprechung in der Akzeptanz und im Umgehen mit einer inklusiven Welt, in der sich Menschen nur dann zurechtfinden können, wenn sie etwa kulturelle, soziale, religiöse und körperliche Unterschiedlichkeiten von Einzelnen und Gruppen wahrnehmen, untersuchen und in eigene sinnvolle Handlungsoptionen integrieren können. Dabei sollten sie in der Lage sein, das Prinzip einer gleichberechtigten Teilhabe aller zur Grundlage des Zusammenlebens zu machen.
Das mBook Geschichte für das Gemeinsame Lernen folgt zudem der Überzeugung, dass die Förderung aller Schülerinnen und Schüler durch die Möglichkeiten der Bildungstechnik ganz wesentlich unterstützt werden kann und muss. Zur Konzeptionierung inklusiver Lehr- und Lernmittel gehört daher insbesondere:
  • die Ermöglichung vielfältiger Materialdifferenzierungen;
  • die bildungstechnologische Unterstützung der Teilhabefähigkeit für Lernende (Berücksichtigung unterschiedlicher Lernvoraussetzungen und Lerner-typen, Differenzierung der sinnlichen Wahrnehmungswege, Erschließungsangebote und -hilfen auf unterschiedlichen Niveaus etc.);
  • die Erarbeitung neuer Ansätze für die Auseinandersetzung mit unterrichtlichen...

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