1. – 13. Schuljahr

Bernd Ebert

Feed up Feed back Feed forward

Erfolgreiches Lehren und Lernen im inklusiven Unterricht

Feedback ist eine der zentralen Komponenten für erfolgreiches Lehren und Lernen. Gerade im inklusiven Unterricht sind Lehrkräfte gefordert, unterschiedliche Voraussetzungen und Bedingungen zu diagnostizieren, zu evaluieren und ein entsprechendes Feedback zu geben. Eine positive Fehlerkultur und eine doppelte Perspektive auf Feedback bilden dazu die Grundlage (Hattie u. Zierer 2019).

Individualfeedback im Lehr-Lern-Prozess
Feedback gilt als eine der bedeutsamsten Komponenten für erfolgreiches Lehren und Lernen (vgl. u.a. Hattie u. Zierer 2019; Hasselhorn u. Gold 2017; Lipowsky 2015). „Feedback lässt sich am besten von Sadlers (1989) Idee der ‚Lücke her verstehen: Ziel von Feedback ist es, die Lücke zwischen dem, wo die Schülerin oder der Schüler ‚ist, und dem, wo sie oder er ‚sein soll, zu verkleinern also zwischen der vorherigen Leistung, der aktuellen Leistung und den Erfolgskriterien (Hattie 2014, S. 131). Gerade in inklusiven Settings mit ihren so unterschiedlichen Lernausgangslangen und Bedingungen ist Feedback unerlässlich. Ziel für Lehrkräfte und Schülerinnen bzw. Schüler muss es sein, eine lernförderliche, möglichst spezifische und dialogorientierte individuelle Rückmeldung zu geben: Lehrkraft – Schüler/-in und Schüler – Schüler/-in. Ausgangspunkt hierfür sind die Hattie-Studie sowie das Feedback-Modell von Hattie und Timperley (vgl. Steffens u. Höfer 2015).
EINE ÜBUNG ZUM FEEDBACK
EINE ÜBUNG ZUM FEEDBACK
Auftrag: Lesen Sie bitte die beiden folgenden Unterrichtsverläufe unter den Aspekten Feedback geben und Feedback nehmen sowie Quantität und Qualität von Feedback.
Unterrichtsverlauf 1
Orientierungsphase
  • Die Lehrkraft gibt das fachliche Ziel und die Aufgabe der Unterrichtsstunde bekannt.
  • Die Schülerinnen und Schüler erhalten einen schriftlichen Arbeitsauftrag.
Aneignungsphase
  • Die Schülerinnen und Schüler lesen den Arbeitsauftrag und arbeiten in Partnerarbeit.
  • Die Lehrkraft geht von Gruppe zu Gruppe und versucht, einige Schülerinnen und Schüler dahingehend zu motivieren, den Arbeitsauftrag gemeinsam zu bearbeiten.
Reflexionsphase
  • Einige Schülerinnen und Schüler stellen ihre Arbeitsergebnisse vor.
  • Die Lehrkraft kommentiert die fachlichen Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler direkt nach dem Präsentieren („Gut. „Hier muss noch nachgebessert werden. „Das Ziel ist euch nicht klar gewesen.) und schließt den Unterricht mit den Worten: „Ihr habt nach anfänglichen Schwierigkeiten prima miteinander gearbeitet!
Unterrichtsverlauf 2
Orientierungsphase
  • Die Lehrkraft gibt das fächerübergreifende Ziel der Unterrichtsstunde bekannt. Zu diesem Ziel werden von den Schülerinnen und Schülern Gelingensbedingungen benannt, die sich auf Partnerarbeit beziehen. Die Lehrkraft gibt den Hinweis: „Am Ende der Unterrichtsstunde reflektieren wir, wie euch die Partnerarbeit gelungen ist.
  • Die Lehrkraft gibt das fachliche Ziel und die Aufgabe der Unterrichtsstunde bekannt. Zu diesem Ziel und der Aufgabenbewältigung nennt die Lehrkraft Kriterien bzw. Indikatoren, die transparent machen, worauf es bei der Zielerreichung bzw. der Bearbeitung der Aufgabe ankommt.
  • Die Schülerinnen und Schüler erhalten einen schriftlichen Arbeitsauftrag.
Aneignungsphase
  • Die Schülerinnen und Schüler lesen den Arbeitsauftrag und arbeiten in Partnerarbeit.
  • Die Lehrkraft geht von Gruppe zu Gruppe. Mit einigen Schülerinnen und Schülern kommuniziert die Lehrkraft über das Ziel der Aufgabe, mit anderen über den gerade beschrittenen Teilschrittinnerhalb der Aufgabe. Mit wieder anderen Lernenden geht sie die nächsten Schritte der Aufgabenbearbeitung durch, andere spricht sie auf „Irrwege an usw. Auch erinnert die Lehrkraft hier und da an die Gelingensbedingungen zur Partnerarbeit. Weiterhin regt sie bei einigen Schülerinnen und Schülern an, das bereits innerhalb der Aufgabe Gelöste dem Partner/der Partnerin zu erklären.
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