1. – 13. Schuljahr

Kletke Möckelmann

Feedback durch Lerncoaching

Einführung und Umsetzung am Oberstufenzentrum Elinor-Ostrom-Schule

Die Schülerschaft der Elinor-Ostrom-Schule ist ausgesprochen heterogen. Die Schule reagiert darauf u.a. mit der Umsetzung eines individualisierten Unterrichts. Um die Schülerinnen und Schüler beim individualisierten Lernen zu unterstützen, führten die Lehrkräfte individuelle Lerncoachings durch. Dies zielt darauf, die Motivation der Schülerinnen und Schüler durch das Bewusstmachen ihrer jeweiligen Ziele, Stärken und Schwächen zu erhöhen. Der Beitrag zeigt, wie die Schule Lerncoaching fest in den Schulalltag integriert hat und welche Vorteile sich für alle Beteiligten daraus ergeben.

Die Elinor-Ostrom-Schule ist ein kaufmännisches Oberstufenzentrum in Berlin und bietet unterschiedliche Bildungsgänge an. Sie reichen von der Berufsvorbereitung, der dualen und vollzeitschulischen Berufsausbildung bis zu studienbefähigenden Bildungsgängen, wie die Fachoberschule, das Berufliche Gymnasium Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik sowie die individualisierte Oberstufe im Verbund mit allgemeinbildenden sowie berufsbildenden Profilen.
Die Schülerinnen und Schüler stammen aus den unterschiedlichsten Milieus: aus bildungsnahen Familien, aus geflüchteten Familien, aus Familien mit Migrationshintergrund der ersten, zweiten oder dritten Generation oder aus bildungsfernen Familien. Darüber hinaus besuchen Schülerinnen und Schüler mit sozioemotionalen Störungen und anderen Behinderungen die Elinor-Ostrom-Schule und benötigen dabei ganz besondere Aufmerksamkeit.
Diese Heterogenität hat das Kollegium im Jahr 2015 im Rahmen einer Zukunftswerkstatt dazu bewogen, als Entwicklungsziele der nächsten fünf Jahre die Einführung von individualisiertem Unterricht sowie den Aufbau der inklusiven Schule zu setzen.
Coaching als Werkzeug für den Wandel
Zur Weiterentwicklung der Elinor- Ostrom-Schule im zuvor beschriebenen Sinn gehörte unabdingbar die Anwendung von Lerncoaching. Dazu schlüpfen die Lehrenden in die Rolle einer Lernbegleiterin oder eines Lernbegleiters und unterstützen die Schülerinnen und Schüler darin, eigenständiges und selbstbestimmtes Lernen zu verwirklichen und Lernkompetenzen zu entwickeln.
An den Berliner Schulen gibt es unterschiedliche Definitionen und Umsetzungspraktiken für Coaching, angefangen von Lerncoaching als Berufsorientierung über die Bearbeitung von persönlichen Problemen der Schülerinnen und Schüler bis zu einer gezielte Begrenzung des Coachings auf die Lernprozesse der Jugendlichen. Als Lehrkraft gilt es zunächst Klarheit zu gewinnen darüber, wobei man unterstützen kann und wo andere Mitglieder des multiprofessionellen Teams der Schule einbezogen werden sollten.
Um die Schülerinnen und Schüler im individualisierten Unterricht zu unterstützen, erfolgt ein individuelles Lerncoaching. Zunächst könnten die Lehrkräfte ermitteln, wie die Jugendlichen lernen. Sie beobachten, inwieweit die Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeiten und Lücken selbst einschätzen können, ob sie in der Lage sind, sich selbst erreichbare Ziele zu setzen, ob sie effektive Lernstrategien nutzen und ob sie ihre Lernerfahrungen reflektieren können (vgl. dazu Schütz u. Schüler 2018, S. 15). Diese Lernprozessdiagnose gibt sowohl den Schülerinnen und Schülern als auch den Lehrkräften die Möglichkeit, etwas über die individuellen Lernstrategien sowie den Stand der Lernkompetenzen jedes/jeder Einzelnen zu erfahren.
Es gibt unterschiedliche Anlässe, die eine professionelle Unterstützung der Lernenden als sinnvoll erscheinen lassen. Beispiele sind Lernblockaden, eine kognitive Überforderung, die Verbesserung von Lernstrategien auch bei Prüfungen, eine Optimierung des Zeitmanagements oder Motivationsprobleme (Hardeland 2017, S. 30).
Folgende Voraussetzungen für Lerncoaching-Angebote sollten erfüllt sein (ebd., S. 25):
  • Der Lerncoach sollte neutral in Bezug auf die Schule, die Eltern und den Lernenden sein,
  • Vertrauli...

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