1. – 13. Schuljahr

Erdmute Schendel | Antje Merten

Den Turnaround allein geschafft!

Das Beispiel der Teltow-Grundschule in Berlin-Schöneberg

Zum Schuljahr 2010/11 sollte die Teltow-Grundschule in Berlin-Schöneberg geschlossen werden. Nur noch 260 Kinder besuchten die Schule. Der Beitrag stellt vor, wie es dem Kollegium der Schule aus eigener Kraft und ohne externe Unterstützung gelungen ist, die Schließung der Grundschule zu verhindern und einen nachgefragten Standort daraus zu machen.

Durch die Abwanderungsbewegung deutscher Mittelschichts-familien aus dem Wohnumfeld der Teltow-Grundschule hatte sich die Zusammensetzung der Schülerschaft in den Jahren vor 2010 erheblich verändert. Der Anteil der Familien mit Migrationshintergrund und solchen, die Transferleistungen erhielten, lag deutlich über dem Berliner Durchschnitt. Die Schule hatte einen schlechten Ruf; viele Eltern wehrten sich gegen die Zuweisung eines Schulplatzes an der Teltow-Grundschule. Im März 2010 setzten sich Schulleitung, Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie Eltern an einen Tisch und überlegten, welche Schritte gegangen werden müssen, um den Ruf der Schule zu verbessern und die Anmeldezahlen zu steigern.
Maßnahmen der Umsteuerung
Ausgangslage
Noch 2012 äußerten Kolleginnen und Kollegen immer wieder ratlos: „Wir machen doch gute Arbeit. Warum melden die Eltern trotzdem ihre Kinder nicht an? Lag es eventuell daran, dass die Eltern im Umfeld der Schule nicht sahen, was für eine gute Arbeit gemacht wurde? Der Schulinspektionsbericht dokumentierte eine überdurchschnittlich gute pädagogische Arbeit und bestätigte den Eindruck des Kollegiums. Wichtig war zu diesem Zeitpunkt, eine gründliche Bestandsaufnahme vorzunehmen, um die pädagogische Arbeit der Schule transparent und nachvollziehbar weiterzuführen. Kollegium und Schulleitung beschlossen, die vorhandenen Konzepte neu zu strukturieren und darauf aufbauend alternative Konzepte zu entwickeln, um der Öffentlichkeit ein besseres Bild der pädagogischen Arbeit an der Schule zu vermitteln. Unter Führung der Schulleitung und einer Steuergruppe bildeten sich unterschiedliche Arbeitsgruppen aus Lehrkräften und Erziehern, zusammengesetzt nach Kompetenzen und Interessen, die die verschiedenen Bereiche bearbeiten.
Qualitätssicherung
Schulprogramm
Die erste Maßnahme zur Qualitätssicherung war die Überarbeitung des Schulprogramms. Hier galt der Grundsatz „Bewährtes bewahren: das hohe Engagement des Kollegiums, das soziale Klima an der Schule und die Konzeption des Ganztags. Das Kollegium reagierte aber auch auf die veränderten Rahmenbedingungen und setzte Schwerpunkte in der Schulentwicklung.
Sprachbildungskonzept
Das durchgängige Sprachbildungskonzept mit dem Schwerpunkt „Präsentieren in allen Klassenstufen gibt den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, im Rahmen einer Präsentation in jedem Fach ihre sprachlichen Fähigkeiten auszubauen und weiterzuentwickeln.
Ganztagskonzept
Schwerpunkt im Ganztag ist die enge Verzahnung von Unterricht und Betreuung. Jede Klasse wird im Ganztag von einem festen Klassenteam, bestehend aus einer Lehrkraft und einem/einer Erzieher/-in, begleitet. Das Team übernimmt gemeinsam Verantwortung für die Kinder während des Schultags. Die Nähe von Unterrichts- und Betreuungsraum in der Schulanfangsphase unterstützt die enge Zusammenarbeit im Team und gibt den Kindern räumliche Abgrenzung und Geborgenheit.
Inklusionskonzept
Die Zusammensetzung der Schülerschaft (Elternhaus, Herkunftsfamilie …) erfordert flexibel angepasste Inklusionskonzepte für jedes Kind. Die kooperative Förderplanung hat zum Ziel, alle am Kind Beteiligten in die Förderplanung und Umsetzung einzubeziehen. Förderkonzepte sind festgeschrieben und klar strukturiert. Ein Stützteam und pädagogische Konferenzen mit den Fachberatern des Schulpsychologischen und inklusionspädagogischen Beratungszentrums (SIBUZ) gewährleisten die Beratung und Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen.
Interne Evaluation
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