1. – 13. Schuljahr

Christiane Kose

Eine Region wird besser

Schulentwicklung: gemeinsame Aufgabe von Schule, Schulaufsicht und Schulträger

Die „Eigenverantwortung von Schulen ist eine relevante Steuerungsgröße, wenn es darum geht, Schulen weiterzuentwickeln. Gleichzeitig stellt sie Schulleitungen vor große Herausforderungen. Inwiefern es gelingen kann, Schulleitungen zu stärken und die Schulaufsicht als Unterstützung aufzubauen, ist Fokus des Berliner Pilotvorhabens „Eine Region wird besser. Dieser Beitrag stellt u.a. vor, welche Möglichkeiten sich im Berliner „School Turnaround-Projekt als wirksam erwiesen haben.

„Die Seminarreihe zum strategischen Schulleitungshandeln hat mir gezeigt, dass ich mit meinem Kollegium darüber sprechen muss, wie wir die Betrachtung von Unterricht und den Austausch darüber in den Mittelpunkt rücken können. Bisher habe ich mir selten Zeit genommen, in den Unterricht von Kolleginnen und Kollegen zu gehen. Die Frage ist, wie wir einplanen können, dass sich die Kolleginnen und Kollegen gegenseitig im Unterricht besuchen und sich darüber austauschen. Wir haben uns inzwischen sehr viele Gedanken gemacht, wie guter Unterricht für unsere Schülerinnen und Schüler gestaltet sein muss, und wir wollen dies weiterentwickeln. (Schulleiterin aus der ersten Phase des Pilotprojektes)
„Das Pilotvorhaben hat es mir ermöglicht, meine Rolle als Schulaufsicht zu finden und im nächsten Schritt mit meinen Kolleginnen und Kollegen daran zu arbeiten, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Dazu haben wir inzwischen regelmäßige Fallberatungen im Schulaufsichtsteam eingeführt, die wir extern moderieren lassen. Ich weiß noch nicht, wie ich die intensive und sinnvolle Arbeitsform, die ich hier gelernt habe, auf alle Schulen übertragen kann. So viel Zeit steht nicht zur Verfügung. (Kommentar einer Schulaufsicht aus dem Projekt)
Das Pilotvorhaben „Eine Region wird besser ist Teil der Maßnahmen des Berliner Qualitätspakets (2019) und ein gemeinsames Vorhaben der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin mit dem Netzwerk bildung.komplex in Hamburg. Im Nachgang zum in Berlin durchgeführten Projekt School Turnaround (vgl. Beitrag Trageser in dieser Ausgabe) stellte sich die Frage, wie Schulleitungen an eigenverantwortlich arbeitenden Schulen in ihrer Aufgabenwahrnehmung im Sinne eines Leadership-Ansatzes mit dem Fokus auf das Lernen der Schülerinnen und Schüler gestärkt werden können. Zudem galt es zu klären, welche Aufgaben für die Schulaufsicht, aus dieser Leitidee heraus entwickelt, folgen. Das hier vorgestellte Pilotvorhaben gibt auf einige der Fragen erste Antworten. Unter Leadership wird dabei verstanden, dass nicht nur für den Erhalt des Systems (hier der Schule) gearbeitet wird, sondern sich die Führung für die Weiterentwicklung und Erneuerung im und am System einsetzt.
In einem kleinen Entwicklungsprojekt hat man zunächst die Leitungsgruppen von vier Integrierten Sekundarschulen im Bereich des „Strategischen Leitungshandelns und parallel die zwei für diese Schulen zuständigen Schulaufsichtspersonen als Unterstützungsinstanz für schulische Entwicklungsprozesse qualifiziert. Leitgebende Idee war, Schulen in schwierigen sozialen Lagen mit einer hohen Anzahl von durch Bildungsarmut geprägten Haushalten bestmöglich zu unterstützen. Ziel war es, kritischen Trends frühzeitig entgegenzuwirken in dieser Weise also ein präventiver Ansatz. Das Projekt führte sowohl bei den Schulleitungen als auch bei der Schulaufsicht zu einem deutlichen Wunsch der Fortsetzung des Prozesses (2018). Gleichzeitig war das Entwicklungsprojekt ein durch die Robert Bosch Stiftung im Rahmen eines kollegialen Beratungsformats unterstütztes, sogenanntes „Werkstück (vgl. Beitrag Neumann/Bauer in dieser Ausgabe).
Der Wunsch zur Fortführung des Pilotvorhabens richtete sich seitens der Schulleitungen auf die Möglichkeit, sich mit einem schulisch gewählten Leitungs- oder Steuerungsteam, vertiefend, professionell begleitet...

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