1. – 13. Schuljahr

Hannelore Trageser

Externe Unterstützung erhalten

Beispiele und Erfahrungen aus dem „School-Turnaround-Programm in Berlin

Es gibt Situationen, in denen Schulen für eine erfolgreiche Schulentwicklung Anstöße und Unterstützung von außen brauchen. Mehrere Bundesländer haben inzwischen Programme aufgelegt, um solche Unterstützungsmöglichkeiten zu erproben und für Schulen zur Verfügung zu stellen. Der Beitrag stellt vor, welche Möglichkeiten sich im Berliner „School-Turnaround-Projekt als wirksam erwiesen haben.

Das Berliner „School Turnaround-Projekt
Zwischen 2014 und 2017 nahmen zehn Berliner Schulen an einem Programm teil, das die Berliner Senatsverwaltung für Bildung gemeinsam mit der Robert Bosch Stiftung entwickelt und durchgeführt hat: „School Turnaround Berliner Schulen starten durch (weitere Informationen s. https://www.bosch-stiftung.de/de/projekt/school-turnaround-berliner-schulen-starten-durch). Es ging um Schulen, die deutliche Schwierigkeiten damit hatten, ihre mehrheitlich „bildungsfernen, d.h. sozial benachteiligten und nicht muttersprachlich deutschen Schülerinnen und Schülern eine erfolgreiche Schullaufbahn zu ermöglichen. Die Kombination von herausfordernden äußeren Bedingungen und innerschulischen Problemen wurde in diesem Projekt als „kritische Lage verstanden.
Wie kann Schulen geholfen werden, sich aus so einer kritischen Lage zu befreien? Im Projekt sollten Interventionen und Wege erprobt werden, die auch auf andere Schulen übertragbar sein könnten. Ausgangspunkt war dabei immer die Eigenverantwortlichkeit der Schule. Es ging nicht darum, den Schulen Programme oder Maßnahmen zu verordnen, sondern die Schule dabei zu unterstützen, selbst gesetzte Ziele zur Verbesserung ihrer Schulkultur, ihres Managements, ihres Unterrichts und der Lernerfolge ihrer Schülerinnen und Schüler zu erreichen. Im Projekt wurden dafür verschiedene Hilfen zur Verfügung gestellt.
Entsprechend ihrer sehr unterschiedlichen konkreten Bedingungen (z.B. erfahrene Schulleitung, neue unerfahrene Schulleitung, unbesetzte Leitungsstelle; Schuldistanz oder Gewaltvorkommnisse, fehlende Anmeldungen usw.) haben die Schulen diese Hilfen unterschiedlich nachgefragt und eingesetzt.
Merkmale von Schulen in kritischer Lage (Beispiel Berlin)
Merkmale von Schulen in kritischer Lage (Beispiel Berlin)
Was ist eine Schule in schwieriger oder kritischer Lage? Für die verschiedenen Projekte in den einzelnen Bundesländern werden unterschiedliche Definitionen zugrunde gelegt. Im Berliner Projekt sah man Schulen dann in kritischer Lage, wenn sie sich bei einer Schülerschaft mit hohem Anteil von Kindern aus armen Familien und solchen mit nichtdeutscher Familiensprache als nicht in der Lage erwiesen, diesen Kindern eine erfolgreiche Bildungslaufbahn zu ermöglichen. Als Indikatoren dafür wurden u.a. Daten über die Schuldistanz, Unterrichtsausfall, Schülerleistungsergebnisse in den Vergleichsarbeiten, die Zahl der Schulabbrecher und Abgänger ohne Abschluss sowie Gewaltvorfälle herangezogen.
Warum brauchen Schulen in kritischen Lagen externe Unterstützung?
Kinder und Jugendliche in sozial benachteiligten Regionen finden außerhalb der Schule kaum Unterstützung, Anregung und Motivation für ihre schulische Bildung. Sie sind darauf angewiesen, dass es ihrer Schule gelingt, bei ihnen Lernfreude, Selbstwirksamkeit und Lernkompetenz zu entwickeln und ihnen eine erfolgreiche Bildungslaufbahn zu ermöglichen. Das stellt sehr hohe und komplexe Anforderungen an die Schulen. Bei allem Engagement der Lehrkräfte gelingt es diesen häufig nicht, den Schulerfolg ihrer Schüler sicherzustellen. Sie geben sich alle Mühe, fühlen sich aber bei immer wiederkehrenden Misserfolgen angesichts einer immer heterogener werdenden Schülerschaft häufig überfordert und resignieren. Schulleitungen sehen keine Möglichkeiten, die Kolleginnen und Kollegen zu entlasten. Das Selbstbild der Schule verändert sich ins Negative. Vielfach verlieren...

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