1. – 13. Schuljahr

Claudia Hoppe | Monika Ostmeier

Inklusion in „kritischer Lage

Aufgaben sonderpädagogischer Lehrkräfte an der Gesamtschule Rosenhöhe

Das Gemeinsame Lernen findet an der Gesamtschule Rosenhöhe seit dem Schuljahr 2013/14 statt. Nachezu alle der fast 900 Schülerinnen und Schüler stammen aus sozial schwachen Stadtgebieten; die Hälfte von ihnen hat eine Migrationsgeschichte. Mit dem gezielten Einsatz sonderpädagogischer Lehrkräfte versucht die Schule, den Anforderungen ihrer diversen Schülerschaft gerecht zu werden.

Wozu ein Konzept?
Die damalige Startphase des Gemeinsamen Lernens bedeutete für die Gesamtschule Rosenhöhe ein hohes Maß an Dynamik in Bezug auf pädagogische, fachdidaktische, kooperative und auch personelle Entwicklungen. Ein Einsatzkonzept wurde notwendig, um den neu in das System hinzugekommenen Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen Sicherheit im Hinblick auf ihren Arbeitsalltag und ihre Aufgaben an der Schule zu geben. Auch das Arbeitsfeld der Regellehrkräfte an der Schule veränderte sich dabei. Insofern sollte das mit allen Beteiligten abgestimmte Konzept eine (neue) Orientierung im Arbeitsfeld der inklusiven Bildung leisten.
Die Schulkonferenz verabschiedete dieses 2015 entwickelte Kernkonzept, das sukzessive an die jeweiligen fachlichen Herausforderungen und systemischen Implikationen angepasst wurde. Das Einsatzkonzept bietet ein Handlungsinstrument, das praktikabel ist und mit der konzeptionellen und organisatorischen Umsetzung des Gemeinsamen Lernens an der Schule übereinstimmt. Unter dem Primat der bestmöglichen Forderung und Förderung aller Schülerinnen und Schüler stehen folgende Zielsetzungen im Vordergrund:
  • Orientierung und Grundlage für die sonderpädagogischen Lehrkräfte bei der Planung und Durchführung ihrer Arbeit,
  • Transparenz für die Regellehrkräfte über den Einsatz der sonderpädagogischen Lehrkräfte,
  • Grundlage für die Unterrichtsverteilung und Stundenplangestaltung sowie
  • Unterstützung bei der Ausgestaltung der Arbeit im multiprofessionellen Team.
Multiprofessionelle Teams
Die Gesamtschule Rosenhöhe wurde 1997 als Teamschule gegründet. Mittlerweile ist sie Pilotschule im landesweiten, nordrhein-westfälischen Projekt „Talentschulen, das die „Entkoppelung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg an Schulstandorten mit besonderen Herausforderungen zum Ziel hat (vgl. https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Schulentwicklung/Talentschulen/index.html).
Das Arbeiten in Klassenleitungsteams, Jahrgangsteams und Jahrgangsfachteams ist den Kolleginnen und Kollegen vertraut und bildet eine unverzichtbare Säule für alle Schulentwicklungsprozesse, eben auch für die Einführung des Gemeinsamen Lernens.
Die Kooperation der Lehrkräfte mit den anderen Beschäftigten und Partnern der Schule stellte insofern schon immer eine wichtige Bedingung für das erfolgreiche Lernen der Schülerinnen und Schüler sowie für eine positive Schulentwicklung dar.
Die Einrichtung des Gemeinsamen Lernens an der Gesamtschule Rosenhöhe gab den Ausschlag, die inklusive Schulentwicklung weiterzudenken. Diese nimmt nicht nur die Schülerinnen und Schüler mit ausgewiesenen sonderpädagogischen Förderbedarfen in den Blick, sondern ebenso diejenigen aus weiteren benachteiligten Lebenslagen. Um den sehr unterschiedlichen Unterstützungs- und Förderbedarfen der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden, erweiterte sich das multiprofessionelle Team, ausgehend von den Lehrerinnen und Lehrern, um nicht lehrende Berufsgruppen und Partner, die in unterschiedlichen Zusammensetzungen über regelmäßige Teamsitzungen und Beratungssettings miteinander vernetzt sind. Dazu gehören Integrationshelferinnen und -helfer, die als Unterrichtsbegleitungen für einzelne Schüler mit besonderen Bedarfen auf Antrag über die Kommune zur Verfügung gestellt werden, Sozialpädagoginnen und -pädagogen im Rahmen der Schulsozialarbeit und eine sogenannte multiprofessionelle Fachkraft, die seit 2018 über ein kürzlich aufgelegtes Landesprogramm finanziert wird. Externe Partner kommen hinzu....

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